Barth & Könenkamp Seiden - seit 1885

Die Puppen der Seidenspinner-Raupe produzieren mit Hilfe spezieller Drüsen einen Faden. Dieser kann fast einen Kilometer lang werden. In großen Windungen und Schlaufen legt sich diese Faser um die Puppen herum. So werden diese innerhalb mehrerer Tage von einem Kokon aus Fasermasse ganz umhüllt.

Mit heißem Wasser oder Wasserdampf muss zuerst das Tier getötet werden, denn wenn die Larve schlüpfen würde, würde sie das kunstvolle Faser-Konstrukt zerstören. Der kostbare Faden wird danach in einem Stück von der Puppe abgezogen. Weber nennen das Abhaspeln.

Je nach gewünschter Qualität können unterschiedliche Seiden entwickelt werden.

Aus der obersten Schicht des Kokons, die einfach abgekämmt wird, entsteht einfache Florettseide, die Nesseln oder naturfarbenen Baumwollstoffen ähnelt. Durch weitere Kochverfahren oder mit Hilfe zusätzlicher chemischer Substanzen kann die Seide immer weiter veredelt werden. Durch den Zusatz von Schwefelsalzen wird Seide beispielsweise gebleicht oder mit Metallsalzen wird sie schwerer gemacht.

Grundregel: Je gründlicher der Bast entfernt wird, der die Fasern verklebt, umso reiner, dünner, geschmeidiger und glänzender wird die Seide. Diese Klebestoffe werden mit heißem Seifenwasser entfernt. Aus zu einhundert Prozent "entbasteter" Seide entsteht Glanzseide: Eine der teuersten und edelsten Seidenarten, die dann weiter zu Seidendamast, Atlasseide oder Seidenduchesse verwebt wird.